Traumhafter Ausblick auf die weiße Stadt am Tejo, mit ihren verwinkelten Gässchen und monumentalen Denkmälern. © Lissabon TVB
Charmant und weltoffen
Lissabon zählt zu den beliebtesten Städten Europas und präsentiert sich auch im Winter attraktiv und geschäftig.
Wie Rom auf sieben Hügeln erbaut, vereint Lissabon Geschichte und Kultur mit Modernität und südländischer Lebensfreude wie kaum eine andere Stadt. In einem Labyrinth an kleinen, winkeligen Gassen mit blumengeschmückten Innenhöfen und Fenstern, von denen bunte Wäsche im Wind weht, trifft man in der Altstadt auf Häuser, die von der glorreichen Seefahrer-Vergangenheit zeugen, und auf freundliche Menschen, die ihre Ausgelassenheit fröhlich kundtun. Architektonisch gesehen gibt es in Alfama, der Altstadt Lissabons keine monumentalen Bauwerke, die zu einem Halt verpflichten würden, der besondere Zauber liegt aber in der Gesamtheit, in der besonderen, fast noch mittelalterlich anmutenden Atmosphäre, in der Schlichtheit der Fassaden, die alles überlebt haben und soviel erzählen könnten. Man sollte sich Zeit nehmen, um zu schauen und um ganz einfach zu genießen, in den alten Antiquitätenläden stöbern und sich einen Espresso mit köstlich schmeckenden Pasteis de Belem, Vanilletörtchen, die mit Zimt und Zucker verzehrt werden gönnen, und dabei die Menschen und das Treiben beobachten. Auf jeden Fall aber sollte man Lissabon zu Fuß entdecken - eine der alten, gelben Straßenbahnen sei als Attraktion und Erlebnis noch gestattet - aber ansonsten ist es ratsam, die Straßen und engen Gassen mit ihren unzähligen Geschäften zu Fuß zu erkunden. Je nach Lust und Laune biegt man hier rechts ab, dort geht man nach links und an diesem Platz die Treppen nach oben. Ein besonderes Beispiel des familiären „Geistes“ der Alfama ist eine der wenigen noch funktionierenden öffentlichen Waschküchen am Ende des Beco das Cruzes. Ein Dorf in der Stadt, wenn man so will.
Wer noch mehr von Lissabon sehen möchte, dem bietet sich noch eine Fülle interessanter Möglichkeiten. Eine davon ist der Besuch des Bairro Alto, des ehemaligen Seefahrer-Stadtviertels, in dem der Fado geboren wurde. Dies war eines der ersten Viertel Lissabons, das nach Bauplan entstanden ist und in dem die Straßen Parallel verlaufen und sich senkrecht kreuzen. Um es zu erreichen, kann man den „Elevador da Glória“ (Baujahr 1885), einen der noch erhaltenen Stahlaufzüge der Stadt nehmen, der von der Praca dos Restauradores zu Sao Pedro de Alcantara und dem Instituto do Vinho do Porto fährt, und nach Renovierungsarbeiten erst wieder im Herbst 2007 in Betrieb genommen wurde. Später ist immer noch Zeit, den Turm de Belém in seiner ganzen Gelassenheit zu besuchen und zum Hieronymuskloster, den beiden Weltkulturgütern Lissabons zu wandern oder in den modernen Teil der Stadt an der Tejomündung aufzubrechen, der anlässlich der Weltausstellung 1998 errichtet wurde. Am Tejó angelangt, sollte man sich auch Zeit nehmen, die Baixa, das Herz der Stadt zu erkunden, das sich zwischen Terreito do Paco, auch Praca do Comércio genannt, und Rossio auf acht Straßenzüge in nord-südlicher und sieben in west-östlicher Richtung erstreckt. Die Straßen sind heute noch großteils so eingeteilt, wie man sie zur Zeit des Wiederaufbaues geplant hat. Goldschmiede und Uhrmacher, Textil- und Wollhändler, Silberschmiede und Buchhändler. Heute bereichern internationale Modehäuser, Designer und Juweliere das umfangreiche Angebot und machen Lissabon zu einer attraktiven Einkaufsstadt. Aber nicht nur die günstigen Einkaufsmöglichkeiten sind es, die einen Lissabonaufenthalt so unvergesslich machen. Der Charme dieser einmaligen Stadt ist es, dem man schon nach kurzer Zeit erliegt. Die ungezwungene Atmosphäre, die kleinen Gassenlokale und Geschäfte, die köstlichen kulinarischen „Verführungen“ in den Cafés und kleinen Restaurants und die Freundlichkeit der Menschen sind es, die Lissabon Besucher immer wieder begeistern.
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