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26. Februar 2009
Als König unter Löwen

Beim „Luangwa Bush Camping“ von Robert Pope Safaris kann man hautnah das spannende „Leben-und-Leben-lassen“ der Savanne Zambias miterleben. © Rudolf Melzer

Als König unter Löwen

Beim „Luangwa Bush Camping“ von Robert Pope Safaris konnte Rudolf J. Melzer hautnah das spannende „Leben-und-Leben-lassen“ der Savanne Zambias miterleben.

Die enorme Ladung Adrenalin im Blut beschleunigt das Anziehen. Rein in die Khaki-Hose und die festen Bergschuhe, ein leichtes Safarihemd noch übergestreift und schon geht´s raus aus dem Zelt. Beim Lagerfeuer wartet nicht nur das köstlich stärkende Frühstück, sondern auch Deb Tittle, unsere Führerin, die weit über die Grenzen des Luangwa Nationalparks hinaus den Ruf eines „wandelnden Lexikons“ in Sachen Tiere und Pflanzen der Savanne genießt. Und das, obwohl sie Weiße ist. In ihrem Indiana Jones-Outfit klärt sie uns auf, was die unterschiedlichen Rufe zu bedeuten hatten: die Flusspferde kehren in den frühen Morgenstunden von ihren zum Teil sehr ausgedehnten Landausflügen ins Wasser zurück und verschaffen sich mit großem Getöse – „wheeze honking“, wörtlich übersetzt „Schnaubhupen“ – wieder ihren Platz in der Herde. Die mehrere Tonnen schweren Hippos kämpfen sehr lautstark um förmlich jeden Zentimeter. Die Löwen und Hyänen wiederum nutzen die Windstille des Morgens, um jeweils untereinander Informationen auszutauschen. Die meisten Wildtiere der afrikanischen Savanne gehen nämlich mit ihrer Energie sehr sparsam um. Warum also brüllen oder jaulen, wenn der Wind geht und das Signal verträgt? Bei Windstille hören es alle, die die Nachricht etwas angeht. Was unseren Ohren jedoch entging, waren die Alarmsignale der Pukus. Diese eher kleine Antilopenart gilt als wichtige „Alarmanlage“ des Buschs. Gemeinsam mit den Pavianen geben sie 100-Prozent genau Notiz, welche Gefahr wo lauert: und diesmal war es ein Leopard, der ganz nahe an unserem Zeltlager vorüber kam und offenkundig Beute machte.

Bevor wir uns auf die Suche nach der flotten Wildkatze und anderen Buschbewohnern machen, wird geradezu „königlich“ gefrühstückt. Die vier Einheimischen, die uns im Lager betreuen und verwöhnen, haben bereits nahe der Feuerstelle ein Büffet mit frischem Fruchtsalat und verschiedenen Cerealien und Marmeladen aufgebaut. Der Tee schmeckt vorzüglich. Vom Kochen des Wassers am offenen Feuer bekommt er eine leicht rauchige Note. Very British. Getoastet wird auf einem Stahlgitter über der Glut. Unglaublich dieser natürliche Geschmack in Kombination mit Butter und Orangenmarmelade. Ein ernährungsphysiologisch wichtiger Bestandteil des Frühstücks kommt aus einem „Bush Baby“ genannten Gusseisen-Topf: Porridge aus „Dschungelhafer“. Das gibt Kraft für den Tag. Und die brauchen wir auch. Zwar müssen wir bei den Wanderungen durch das Luangwa-Tal keinen Rucksack, sondern nur Kamera und Feldstecher schleppen – die Verpflegung und Ausrüstung wie zum Beispiel Verbandszeug wird von einem eigenen Träger mitgenommen. Unser Gepäck wird mit einem Auto zum nächsten Lager gebracht. Aber dennoch zehrt die Hitze von über 40 Grad an der Kondition. September/Oktober sind die wohl heißesten Monate in Zambia. Ab November beginnt die Regenzeit. Die bizarren, völlig ausgetrockneten weiten Gräben, die sich durch die Landschaft ziehen, werden zu großen, reißenden Flüssen mit Ausdehnungen wie man sie zum Beispiel vom Nil kennt. Dann haben die Landcruisers Pause und die Safaris werden mit Booten durchgeführt. Aber noch herrschen Hitze und Staub vor. Unweit unserer Zelte, nahe eines der häufigen Leberwurstbäume sehen wir im Lehmstaub frische Spuren einer Leopardin, und nicht einmal hundert Meter weiter liegt bereits das tote Puku; fein säuberlich erlegt und zum Teil auch schon zerlegt. Ein weiterer spannender Tag kündigt sich an.

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Beim so genannten „Luangwa Bush Camping“ von Robin Pope Safaris, für das die gebürtige Engländerin Deb zuständig ist, können nur bis zu vier Gäste mitgehen. Die Gruppe besteht aus einem „Scout“, der voran geht und zur Sicherheit eine Waffe trägt. Dann kommt der „Guide“, der die Route vorgibt, dann die Gäste und quasi als Nachhut, der „Tea-Man“, der den Rucksack mit Tee, Kaffee und Keksen dabei hat. Am ersten Tag der zumeist dreitägigen Fuß-Safari gibt es eine kurze Einschulung, dass zum Beispiel nie jemand vor dem Scout gehen darf und immer hinter einander zu gehen ist. Von der Kleidung her darf niemand grelle Farben tragen und wenn Gefahr in Verzug ist, nicht laufen oder schnell bewegen und den Anweisungen des Guides folgen.

In den heißen Wochen vor der Regenzeit, also September und Oktober, wenn die Savanne schon ziemlich ausgetrocknet ist, und für alle Wildtiere nur mehr ganz wenige Wasserstellen verfügbar sind, gleicht der South Luangwa National Park – mit seinen über 9.000 Quadratkilometern ist er ungefähr so groß wie Kärnten – förmlich einem Tierpark: Nicht nur Krokodile, Flusspferde, Impala-Antilopen, Zebramangusten, Okavango-Grünmeerkatzen (Vervet Monkey) und unzählige Vogelarten sind zu bewundern, sogar die scheusten Tiere wie die Eland-Antilopen oder die Kudus zeigen sich. Riesige Büffelherden mit 800 Tieren und mehr ziehen am Weg zum Luangwa Fluss lange Staubwolken hinter sich her. Und, für Tierfreunde besonders schön zu beobachten, zu keiner Jahreszeit gibt es so viele Tier­babys im Busch: Kleine Zebras, die bei ihrer Mutter trinken, Ele­fanten­herden, die mit ihren Jung­en ganz langsam von einer Schatten spendenden Baumgruppe zur nächsten ziehen, Pavianmütter die mit ihrem Nachwuchs die Bäume rauf und runter fegen oder herumtollende Giraffen- und Löwenbabys.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Printausgabe.

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