Das Burj Al Arab ist eines der bekanntesten Hotels der Welt und Wahrzeichen Dubais. © Henry Jedelsky
Stiller Luxus am Golf
Seit einigen Wochen läuft im Emirat Dubai alles langsamer. Der hohe Standard und der ausgezeichnete Service der Hotels sind jedoch weiterhin garantiert, fand Henry Jedelsky.
Einen Besuch in Dubai beginnt man am besten mit einem Flug in der business class der Emirates. Ein Glas Champagner beim Boarding, ein ausgezeichnetes Abendessen mit Lachsroulade, Filetsteak mit Café de Paris Butter oder ein Filet vom Red Snapper und im Anschluß ein gemütliches Schläfchen im zum Bett ausgestreckten Sessel. Nach der Ankunft bestaunt man den Chrom- und Glaspalast des neu eröffneten Terminal three. Von dort benötigt man keine halbe Stunde ins Burj Al Arab, eines der bekanntesten Hotels der Welt. Der weiße Bau erinnert wie immer an ein geblähtes Segel im Wind, der Empfang ist perfekt. Die Empfangshalle glänzt wie immer in den verschiedenen Goldtönen, während das Al Muntaha-Restaurant in 200 Metern Höhe in kühlem Blau strahlt – vom Wasserglas übers Meer bis zum Horizont. Von hier oben erkennt man sehr gut die praktisch fertige ers-te Palme und die Inseln des World-Archipels. Das Hotel bietet nur einstöckige Suiten, insgesamt 2002, die trotz ihrer luxuriösen Ausstattung auf mich immer etwas überladen wirken. Wer rund um die Uhr auf einen Butler nicht verzichten kann, der ist hier genau richtig. Das benachbarte Hotel Madinat Jumeirah bietet den ausgezeichneten Nachbau eines arabischen Souks, in dem man Souvenirs aller Art findet: ich sehe Krummdolche aus dem Oman und Beduinenflinten aus dem Jemen. Meine Frau kauft Patisserie von Vivel, arabische Köstlichkeiten, für die der Begriff Süßigkeiten viel zu schade ist. Eine Reihe ausgezeichneter Restaurants bieten indische, italienische oder persische Küche, die Tische im Freien, unter Palmen am künstlichen See, sollte man schon vorab reserviert haben – denn hier wird der Abend mit Blick auf das beleuchtete Segel des Burj Al Arab zu einem wirklichen Genuss.
Auf den vielspurigen Straßen Dubais dominieren Geländefahrzeuge der Typen Hummer und Toyota FJ Extreme, dazwischen drängen sich aber in den letzten Jahren immer mehr „normale“ Limousinen. Hochhäuser erstrecken sich vom Straßenrand bis zum Horizont, dazwischen wachsen unter Baukränen weitere Wolkenkratzer in den Himmel. In den letzten Monaten wurden viele Bauvorhaben gebremst oder verschoben, insgesamt macht Dubai einen weit weniger hektischen Eindruck als früher. Wir besuchen eine Flamingo-Kolonie in einem Naturschutzgebiet: hunderte rosa und weiße Vögel stelzen im Winter seelenruhig durch die Lagune, umgeben von im Bau befindlicher Skylines und Autobahnknoten. Wir fahren zum Burj Dubai, einem 808 Meter hohen Giganten, der Ende des Jahres eröffnet werden soll und derzeit als das höchste Gebäude der Welt gilt. Daneben liegt die Dubai Mall, ein soeben erst fertiggestelltes Einkaufszentrum mit dem größten Aquarium der Welt. Haie, Rochen und abertausende Fische scheint das Blitzlichtgewitter der vielen Besucher kaum zu kümmern.
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