Das tägliche Flussbad der „Bewohner“ des Elefantenwaisenhauses von Pimavela ist für die Dickhäuter selbst und die Besucher ein freudiges Ereignis. Prof. Dr. Klaus Lukas / REISE-aktuell
Dschungel & Badeparadies
Die Indien vorgelagerte Tropeninsel Sri Lanka vermittelt Aufbruchstimmung und Optimismus. Prof. Klaus Lukas überzeugte sich davon, dass man das paradiesisch schöne Land gefahrlos bereisen kann und war von der Qualität des Angebotes beeindruckt.
Sri Lanka hat durch einen langen grausamen Bürgerkrieg und die Naturkatastrophe des Tsunami äußerst schwierige Jahre hinter sich. Seit einiger Zeit herrscht jedoch Aufbruchstimmung. Die häufigen Beteuerungen, es herrsche jetzt völlige Sicherheit, sind allem Anschein nach nicht nur Lippenbekenntnisse.
Nur achzig Kilometer vom Flugplatz in Colombo entfernt liegt das Elefantenwaisenhaus von Pimavela. Es wurde errichtet, um den gefährdeten Elefantenbestand von Sri Lanka zu sichern. Ursprünglich wurde keineswegs daran gedacht, hier eine Touristenattraktion zu schaffen. Gerade deshalb ist ein Besuch bei den inzwischen über achtzig liebevoll umsorgten Dickhäutern ein fast ergreifendes Erlebnis. Die Neugeborenen werden buchstäblich mit dem Flascherl aufgezogen. Sie trinken zwei Liter Kuhmilch pro Tag. Beim täglichen Flussbad zeigt die Herde wie temperamentvoll und überschäumend lebensfroh Elefanten sein können.
Die Bewohner Sri Lankas, gleichgültig ob Senegalesen oder Tamilen, glauben an die Wiedergeburt. Im rücksichtsvollen Umgang mit Tieren kommt dies deutlich zum Ausdruck. Auch giftige Schlangen werden nicht, wie in manchen anderen Ländern, erschlagen, sondern vorsichtig aus dem Weg geräumt. Dank ihrer üppigen tropischen Vegetation, der palmengesäumten, von blühtenweißem Sandstrand geprägten Küste, dem klimatischen Gegensatz zwischen Tiefebene und Bergland und nicht zuletzt der vielen Kulturdenkmäler auf kleinem Raum, bietet die Insel eine besondere Erlebnisvielfalt. Man kann die Gegensätze, die zwischen den Volks- und Religionsgruppen immer noch herrschen, freilich nicht wegdiskutieren. Aber als Reisender trifft man nur lachende und freundliche Menschen. Besonders deutlich kommt das sympathische Wesen der Menschen bei einer Zugfahrt durch das Landesinnere, beispielsweise von Kandy nach Nuwara Eliya zum Ausdruck. Der Zug wird fast ausschließlich von Einheimischen, großteils von Schülerinnen und Schülern, frequentiert. Sie haben Fremden gegenüber ein ausgesprochen natürliches Verhalten und sind weder scheu noch aufdringlich. Bahnhöfe und Züge stammen aus der britischen Kolonialzeit. Die Fahrt geht lange durch üppigen Dschungel, in dem sich kleine, ursprüngliche Dörfer verstecken. Langsam macht der Wald einer fast schrillgrünen Hügel- und Berglandschaft mit riesigen Teeplantagen Platz.
Kandy ist, mit seinem im 18. Jahrhundert erbauten Zahntempel, Dalada Maligawa, in dem die heilige Reliquie von Buddhas Eckzahn aufbewahrt wird, eine der wichtigsten Pilgerstätten des Buddhismus. Der Tempelbezirk wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Obwohl ganz Sri Lanka wie ein einziger botanischer Garten wirkt, kann man einen Besuch im botanischen Garten Kandys mit seiner prachtvollen Orchideensammlung wahrlich empfehlen.
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