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19. Juni 2009
Die Gletscher zu Füßen

Die unbändige Kraft der Gletscher und der unaufhörliche Lauf des Wassers formte über zahllose Jahrtausende hinweg das Stubaital, und kaum anderswo wird einem die Naturgewalt direkter vor Augen geführt. © REISE-aktuell/Johannes Böhm

Die Gletscher zu Füßen

Der Stubaier Gletscher lockt mit einem unvergleichlichen Panorama über mehr als 100 Dreitausender. Johannes Böhm und Cornelia Buczolich wanderten ins ewige Eis und folgten dem Strom des „WildeWasserParks“.

Gletscher sind wie riesige Mühlen, die mit Schutt und Geröll als Schleifmittel unter dem tonnenschweren Eismantel Furchen, Flussläufe, ja ganze Täler in die Bergwelt arbeiten. Die unbändige Kraft der Gletscher und der unaufhörliche Lauf des Wassers formte über zahllose Jahrtausende hinweg das Stubaital, und kaum anderswo wird einem die Naturgewalt der Gletscher direkter vor Augen geführt. Eine erbarmungslose Kraft, die unaufhörlich und im Schneckentempo den Berg bearbeitet. Seit den 80er-Jahren ziehen sich die Gletscherzungen allerdings zurück, das Eis schmilzt und die Flüsse schießen stärker zu Tal. Unser Bergführer ist davon unbeeindruckt: „Die Gletscher haben im Laufe der letzten Jahrhunderte immer zu- und abgenommen. Der Lauf der Natur.“

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Mit jedem Blick und mit jedem Atemzug inhalieren wir das Pano...
Der majestätische Grawa Wasserfall bildet den krönenden Abschluss ...
 Für eine idyllische Einkehr empfiehlt sich auch die Jause...


Das Atmen fällt uns schon schwerer. Steile Stufen, wackeliges Geröll und 3.000 Meter Höhe verlangen einem einiges ab. Jeder Schritt sollte sitzen, tief atmen und wenig plaudern. Stattdessen inhalieren wir lieber das Panorama. Mit jedem Blick, mit jedem Atemzug, die Bergluft, die Ruhe, die Reinheit der Berge und die Einsamkeit. Das Herz eines jeden Tirolers schlägt auf einem Gletscher, sagt man. Wer den Stubaier Gletscher gesehen hat, versteht warum. Erst im Frühjahr hat die neue grandiose Aussichtsplattform „Top of Tyrol“ auf exakt 3.210 Metern Höhe eröffnet. Spektakulär ist noch der zahmste Ausdruck für diese Attraktion. Frei schwebend über den Gipfeln, mit Blick über die Stubaier Gletscher bis zu den sich massiv aufbäumenden Dolomiten im nahen Italien meißelt sich das Panorama nachhaltig und unlöschbar ins Gedächtnis. Weniger ambitionierte „Bergziegen“ kommen übrigens auch in den Genuss des Ausblicks. Der Panoramabahn Schaufeljoch entsteigen „Alt und Jung“ nur knappe zehn Gehminuten entfernt von „Top of Tyrol“. Die flinkeren Füße können natürlich auch auf dem Stubaier Gletscher eine kleine Wanderung unternehmen. Das harte und raue Eis besteigen, in kleine Gletscherspalten lugen, eisige Luft einatmen und anschließend dem Schmelzwasser über den „WildeWasserPark“ zu Tal folgen und dabei auch die hochalpine Flora und Fauna bestaunen. Unsere Sinne sind jederzeit auf Hochtouren, das Erlebte und die zahlreichen Eindrücke sind kaum zu verarbeiten. Bei der Anlegung der Wanderwege wurde übrigens ausgesprochene Sorgfalt darauf gelegt, die sensible Ökologie der Bergwelt nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen, was durch reinste Quellflüsse, blühende Wiesen und zahlreiche Bergziegen sozusagen belegt wird. Zur bekömmlichen Verschnaufpause laden Hütten, wie etwa die Sulzenauer oder die Regensburger Hütte, während der majestätische Grawa Wasserfall den krönenden Abschluss für die Wandersleut des „WildeWasserParks“ darstellt. Der Boden bebt leicht angesichts der immensen zu Tal schießenden Wassermassen, die Gischt kühlt die Haut, Gerüche von feuchtem Moos liegen ebenso in der Luft wie verschiedenste Fließgeräusche. Und zwei Aussichtsplattformen führen ganz nah an dieses Naturschauspiel.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Printausgabe.

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