Bis zu den Knien im feinen Pulverschnee fahren wir die unberührten Hänge der Bogaboo Mountains hinunter. © REISE-aktuell/Cornelia Buczolich
Powdern in der Wildnis
Man hört viel vom legendären Champagner Powder in Kanada, doch man muss ihn erleben, um zu wissen, was es heißt, im kanadischen Tiefschnee Ski zu fahren, findet Cornelia Buczolich.
Zu Zwölft knien wir im Tiefschnee ganz eng beisammen und beobachten gespannt den Helikopter am Horizont. Es sieht aus als würde er vorbeifliegen, doch dann schwenkt er ein und steuert direkt auf uns zu. Ich versuche so lange wie möglich den Helikopter im Visier zu haben. Fast surreal sieht es aus, als würde er direkt auf uns landen. Der Helikopter kommt immer näher und wirbelt den feinen Pulverschnee auf, und stülpt über unsere Köpfe eine meterhohe Schneeglocke. Ich stecke meinen Kopf zwischen die Knie und schütze das Gesicht zusätzlich mit meinen dicken Fäustlingen. Eine erfrischende, teilweise peelingartige Gesichtsdusche lässt sich jedoch nicht vermeiden. Ich öffne meine Augen und kann es kaum glauben, dass der Helikopter mit seinen zwölf Metern Länge und dreieinhalb Metern Breite nur vier Schritte von uns entfernt den Boden berührte. Millimeterarbeit. Nur gut, dass der Pilot während der Landung durch den Glasboden freie Sicht hat. Schnell steigen wir in den 14-Mann-Helikopter ein, gurten uns an und ab geht’s in die Berge der Bogaboos in British Columbia in Kanada. Ich grinse meinen Skikollegen zu – verständigen kann man sich ja nur mit Handzeichen und Grimassen, aufgrund der klopfenden Rotorgeräusche. Ich spüre ein Bauchkribbeln, als hätte ich Sky Diving gebucht, anstatt Heliskiing. Ahnungslos stelle ich mich den Erwartungen und vertraue auf einen Pulverschnee, der augrund der klirrend trockenen Kälte seinem Namen alle Ehre macht. Ich bin keine geübte Tiefschneefahrerin und mir ist mulmig, als ich die unberührten Schneeteppiche erblicke. Zugleich aber auch ein befreiendes Gefühl – schließlich sind wir nun inmitten absoluter Wildnis.
Unser „Doorman“ öffnet als erster die Helikoptertüre und reicht mir die Hand, denn ich sinke gleich bis zu den Knien in den Tiefschnee ein. Unsere Gruppe hält sehr gut zusammen, wie eine große Familie teilen wir die gigantischen, fast unbeschreiblichen Augenblicke. Wie im Märchen funkelt der von der Sonne reflektierte Schnee. Glitzer und Flimmer schweben in der Luft. Die Augen jedes Skifahrers leuchten und mein Herz beginnt immer schneller zu schlagen. Bei der Stille, die wir am Gipfel genießen – natürlich erst nachdem der Helikopter wieder weggeflogen ist – wundert es mich, dass es niemand schlagen hören kann. Ich schaue auf die mächtigen Gletscher, Gipfel und Granitberge – unberührte Natur wohin das Auge reicht – keine Skispuren, -lifte und -hütten weit und breit. Links türmt sich eine Schneewechte auf und rechts ragt die Gletscherzunge hinunter, die im Winter unter einer dicken Schneedecke schlummert. Nur vereinzelt ragen Gletscherhöhlen oder Ablagerungen hervor. Ein Paradies für jeden Wintersportler. Jeder Skifahrer schnappt seine Heliski, nur gut dass sie mit dem jeweiligen Namen versehen sind. So verlieren wir keine unserer kostbaren Skiminuten. Meine „Heli-Daddy Atomic“ sind bei einer Körpergröße von 1,80 Metern, 1,70 Meter lang und an der breitesten Stelle weisen sie 12,4 Zentimeter auf – etwas mehr als hiesige Abfahrtsski.
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Info
Martin und Shelley Heuberger
www.cmh-heliskiing.com
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Preisbeispiel von Kuoni
Das Package ab 5.600,- Euro pro Person beinhaltet die Flüge Wien-Calgary-Wien, 1 NF Airporthotel Calgary, Transfer zur Bugaboo Lodge, 6,5 Skitage, 7 Nächte, VP und CMH Leistungspaket wie etwa 30.500 Höhenmeter Skifahren.
Weitere Heliskiing Veranstalter in Kanada:
www.helicatcanada.com
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