Die Naturschätze Österreichs
Nationalparks sind unbezahlbare Naturschätze, die die Schönheit und Einzigartigkeit Österreichs bewahren, um in all ihrer Pracht für kommende Generationen zu überdauern.
Nationalparks sind wie Keimzellen, um die Erinnerung an die wilde und ungestüme Zeit der frei herrschenden Natur zu konservieren, und diese Schönheit auch kommenden Generationen zu bewahren. Diese werden mit Argus-Augen gehegt und dennoch sich selbst überlassen. Der Natur ihren Lauf lassen, was durch Landwirtschaft und Besiedlung in vielen Teilen der Welt nicht mehr möglich ist, ist bei Nationalparks das oberste Prinzip. 1872 üben sich die Amerikaner als Vorreiter, und gründen bereits den Yellowstone Nationalpark. Etwa hundert Jahre später wurde mit der so genannten „Vereinbarung von Heiligenblut“ von den Bundesländern Tirol, Kärnten und Salzburg der Grundstein für die Errichtung des Nationalparks Hohe Tauern gelegt. Dieser ist gleichzeitig auch der größte Österreichs und mit 1.815 Quadratkilometern nebenbei das größte Naturschutzgebiet Mitteleuropas. Aber was genau bewirken Nationalparks eigentlich? Es geht nicht nur um die Bewahrung der Natur. Es geht auch um Aufklärung und Information und um Bewusstseinsbildung. In den Hohen Tauern finden sich zum Beispiel ein Drittel aller in Österreich ansässigen Pflanzenarten und das Gebiet mit unzähligen Gebirgsseen, Wasserfällen und den größten Gletschern schenkt sage und schreibe 10.000 Tierarten einen sicheren und nachhaltigen Lebensraum. In der Kernzone herrscht eine perfekte Balance der Gesetze der Natur und diese kann hier völlig ungestört gedeihen. Die Außenzone bemüht sich um ein harmonisches Miteinander zwischen Mensch, Natur und Kultur. Und diese gesamte Fülle an sprichwörtlichen Wundern der Natur kann auf zahlreichen Wanderwegen erkundet werden. Ende Mai fand übrigens in allen Nationalparks der „Geo Tag der Artenvielfalt“ statt und im Nationalpark Hohe Tauern konnten Experten und Besucher mehrere neue Arten finden. Idealer Ausgangspunkt für Ausflüge sind die zahlreichen Besucherzentren mit fachkundigen Mitarbeitern. Das länderübergreifende Zentrum findet sich in Heiligenblut. Das derzeit modernste steht in Mittersill und dort kann der Nationalpark in acht Erlebnisstationen „kompakt“ bewundert werden. Die Schönheiten des Nationalparks selbst können auf unzähligen Arten entdeckt werden. Auch einem Urlaub in den Hohen Tauern soll nichts im Wege stehen, da mitten im Nationalpark logiert werden kann – vom Vier-Sterne-Hotel bis zur Pension.
Im Niederösterreichischen Grenzgebiet zu Tschechien zählt das Thayatal mit seinen steilen Hangwäldern zu den wohl schönsten Durchbruchstälern Österreichs. Einen herrlichen Ausblick auf Teile des Nationalparks Thayatal bietet zum Beispiel der Umlaufberg, um welchen sich die Thaya schlängelt und zugleich die höchste Erhebung darstellt. Das Tal ist gesäumt mit steilen Felswänden, sanften Wiesen, natürlichen Laubwäldern, einer prächtigen Flusslandschaft und einer artenreichen Vielfalt von Flora und Fauna. Erst im Jahre 2000 wurde der Nationalpark Thayatal Wirklichkeit – zusammen mit dem tschechischen Nachbarn Nationalpark Podyji als grenzüberschreitendes Projekt. Und die 1.330 Hektar große Arche Noah der österreichischen Flora und Fauna soll in absehbarer Zeit auf 1.700 Hektar erweitert werden. Obwohl der kleinste aller Nationalparks, wachsen und gedeihen hier die Hälfte aller heimischen Pflanzen, da das Gebiet exakt an der Grenze zwischen atlantischem und pannonischem Klima liegt. Das gefällt auch dem Elch und der Wildkatze – beide wurden bereits wieder gesichtet. Das Nationalparkhaus findet sich nahe der Stadt Hardegg am Rande des Naturparks mit Ausstellungen und dient als bester Ausgangspunkt für die Erkundung der Schönheiten des Thayatals.
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