Über 100 Meter erhebt sich der Gasometer Oberhausen als Wahrzeichen der Stadt und als Dokument der Bau- und Technikgeschichte. © Ruhr Tourismus
Wandel durch Kultur
Faszinierende Stahlwelten, ein neuer Schmelztiegel von innovativer Kunst, sportliche Freizeitaktivitäten und Topevents für Klein und Groß. Stephanie Grünberger besuchte Ruhr, die Kulturhauptstadt 2010.
Rauchende Schlote, verschmutzte Luft und graue Alltage, danach sucht man vergeblich in dem berühmt berüchtigten Ruhrpott. Zehrende Schwerindustrie, qualmende Hochofenanlagen und prustende Kokerein sind nun saftigem Grün und bunten Blütenmeeren gewichen, die sich zwischen den ehemaligen „Kathedralen“ der Montageindustrie gegen die Sonne empor eifern.
Neugier klopft nun das westliche Tor des Ruhrgebietes an. Duisburg, das aus der Umgebung des Niederrheins herauswächst, malt ein Bild aus weiten, voller Leben vibrierender Auen, singenden Seen und duftenden Wäldern auf die noch unbefleckte Karte. Bergarbeitersiedlungen prägen genauso den Farbton, wie die aufstrebende Urbanität der Metropole. Staunend blicken die Interessierten auf das zentrale und magische Objekt des Landschaftsparks. Der erloschene Hochofen wird zu einer begehbaren überirdischen Skulptur und zu einem neu definierten Raum, der aus der Vergangenheit entstiegen ist und mit den Menschen in die Zukunft geht. Denn sie sind frei in dieser kreativen Nutzung alter Industrieanlagen, die dadurch nun eine neue Bestimmung erfahren können. Auf den 200 Hektar, die ein immer grüner werdendes Kleid tragen, erschmolz man einst Roh-eisen, nun sind die ehemaligen Werkshallen stylische Mänteln für Kultur- und Firmenevents, der alte Gasometer dient als heute größtes künstliches Tauchzentrum Europas, der Erzlagerbunker ist voller alpiner Klettergärten und wenn sich der grübelnde Mond über den Ideenreichtum erhebt, beginnt der Landschafts-park Duisburg durch den Künstler Jonathan Park seinen nächtlichen Schleier hervorzuzaubern. Diese Monumente der Industrie, vielfältigste Museen, Straßenzüge und Theater werden zu freien Bühnen in den fünf Erlebnisarealen der Kulturhauptstadt 2010. „ExtraSchicht“, „Still-Leben“ oder der „!SING-Day“ sind nur einige der Highlights dieses fulminanten Jahres.
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