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Gerhard Stubauer

Das Theaterfest Niederösterreich startet am 14. Juni. © Gerhard Stubauer

Der Theatersommer beginnt

Am 14. Juni startet das Theaterfest Niederösterreich in die Sommersaison. Auf 20 Festspielbühnen werden heuer 24 Premieren präsentiert.

Bühne frei für ein "Theater des Bösen" heißt es ab 14. Juni bei den Sommerspielen Melk. Mitten in der Wachauarena lässt Bestsellerautor Bernhard Aichner in seinem Auftragswerk den gefallenen Engel Luzifer ein Theater des Bösen erschaffen: Gott (Helmut Bohatsch) und Luzifer (Kajetan Dick) treffen aufeinander, um in die Abgründe und die lichten Höhen der Menschen zu blicken.

Wer wissen möchte, wie und warum Weihnachten im Hochsommer stattfinden muss, der ist herzlich eingeladen zu Stille Nacht beim Kultursommer Laxenburg. Das weihnachtliche Summer-Special unter der Regie von Intendant Adi Hirschal feiert am 17. Juni im stimmungsvollen Ambiente der Franzensburg Premiere.

Zum 70. Todestag Franz Lehárs spielt die Bühne Baden dessen Opus Magnum Die lustige Witwe. Die Wirrnisse rund um eine selbstbewusste, starke Frau und die erotischen und politischen Anspielungen der Zeit machten die Operette zu einer der populärsten Stücke dieses Genres. Die Hauptrollen sind mit Maya Boog und Reinhard Alessandri besetzt, Premiere ist am 23. Juni in der Sommerarena.

Ab 26. Juni steht William Shakespeares Liebeskomödie Viel Lärm um Nichts am Spielplan der Festspiele Stockerau. Halbwahrheiten, Gerüchte und Intrigen in der High Society, nichtige Machtspiele und nichtswürdige Liebeshändel versetzen die Gesellschaft in Aufregung. Am Ende triumphieren das Lachen und die Liebe. Wie dauerhaft, sei dahingestellt.

Wortwitz, Sprachspiele, Überhöhungen, Pointen und Doppelbödigkeiten prägen Ernst ist das Leben von Oscar Wilde in der Bearbeitung von Elfriede Jelinek bei den Sommerspielen Perchtoldsdorf. Es ist ein Fest der Komödie und ein Fest der Sprache, das heuer ab 27. Juni in Perchtoldsdorf gefeiert wird. Intendant Michael Sturminger inszeniert und wagt das Experiment, alle Rollen nur mit Frauen zu besetzen.

Es sind die Themen unserer Zeit: das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Religionen, Vorurteile sowie Toleranz. Dass man diese abseits greller Schlagzeilen auch mit einer großen Portion Humor behandeln kann, beweisen Intendantin Nina Blum und Regisseur Marcus Ganser mit Nicolas Chamforts Komödien-Klassiker Monsieur Claude und seine Töchter. Die Komödie nach dem gleichnamigen Film feiert am 28. Juni bei der Sommernachtskomödie Rosenburg Premiere.

Eine hochaktuelle Posse präsentieren die Nestroy Spiele Schwechat ab 30. Juni im Innenhof der Rothmühle. Zu ebener Erde und erster Stock ist Nestroys bitterböser und zugleich höchst amüsanter Kommentar zur sozialen Schieflage unseres Landes um 1835. Unten eine immer größer werdende Masse von Arbeitslosen und "working poor", oben einige wenige, die das nicht kümmert und die immer reicher und reicher werden.

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