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Tourismus Salzburg Gmbh

2018 feiert das berühmte Weihnachtslied "Stille Nacht, heilige Nacht" seinen 200. Geburtstag. Wer die Geschichte des Liedes erkunden will, wird in zahlreichen Museen und auf Wanderungen fündig. © Tourismus Salzburg Gmbh

Stille Nacht feiert Jubiläum

Wer die Entstehungsgeschichte des weltbekannten Weihnachtsliedes „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ im Salzburger Land, in Oberösterreich und in Tirol erforscht, fängt auch Momente ursprünglicher Besinnlichkeit ein.

"Po Fanau! Po Manu!" heißt es auf Samoanisch, "Oidhche Shàmhach" auf Schottisch-Gälisch und "Đêm thánh vô cùng" auf Vietnamesisch: Das berühmte Weihnachtslied "Stille Nacht! Heilige Nacht!", das in mehr als 330 verschiedene Sprachen und Dialekte übersetzt wurde und seinen Ursprung in Österreich hat. Wo immer heute Weihnachten gefeiert wird, berührt "Stille Nacht! Heilige Nacht!" die Herzen der Menschen und steht als Symbol für den Frieden.

2018 feiert das Weihnachtslied seinen 200. Geburtstag. An jenen Orten, die eng mit "Stille Nacht! Heilige Nacht!" verbunden sind, laden Museen, Führungen und Veranstaltungen dazu ein, die Geschichte und Bedeutung dieses Kulturguts zu erkunden.

Bewegende Zeilen

Es muss die Sehnsucht nach Ruhe und Frieden gewesen sein, die in Mariapfarr den Hilfspriester Joseph Mohr im Jahr 1816 zu einem Gedicht inspirierte: In sechs Strophen schilderte er die Weihnachtsgeschichte, wie sie sich in einer "Stillen Nacht" zugetragen hatte. Als Mohr zwei Jahre später in Arnsdorf den Aushilfslehrer Franz Xaver Gruber beauftragte, eine Melodie zu seinen Zeilen zu komponieren, begann eine Reihe von schicksalhaften Fügungen, die aus den poetischen Zeilen einen Welterfolg machten.

Das Pfarr- und Wallfahrtsmuseum in Mariapfarr dokumentiert das Leben und Schaffen von Joseph Mohr - beginnend mit dem Stammbaum seiner Familie, der bereits seit dem 17. Jahrhundert im Lungau nachweisbar ist, bis zu seinem Tod im Jahre 1848 in Wagrain. Besonders sehenswert ist die rekonstruierte "Mohr-Stube", in der Mohr einst den Text für das weltberühmte Lied schrieb. Auch die Verbreitung von "Stille Nacht! Heilige Nacht!" wird umfangreich dargestellt.

Das Museum lädt immer am Montag und Donnerstag von 16.00 bis 18.00 Uhr zum Besuch ein.

www.wallfahrtsmuseum.at 

Spurensuche zu Fuß

Gruber wurde 1787 als Sohn von Leinenwebern geboren. Obwohl er in die Fußstapfen seiner Eltern treten sollte, förderte sein Lehrer heimlich seine musikalische Begabung. Im Alter von zwölf Jahren vertrat er den erkrankten Lehrer an der Orgel - und das so gut, dass der Vater einer Ausbildung zum Lehrer und Organisten zustimmte. 1816 nahm er den Posten des Organisten und Lehrers in Arnsdorf und Oberndorf an, wo er auf den Hilfspriester Josef Mohr traf und die Melodie zu dessen Gedicht schuf.

Auf einem Rundweg erwandern die Besucher verschiedene Skulpturen mit Bezug zum Lied. Auf den Rückseiten der Objekte finden die Gäste Informationen über Franz Xaver Gruber und die Verbreitung des Liedes. Vorbei am liebevoll restaurierten Bundwerkstadel führt der Weg zur gotischen Pfarrkirche mit der Franz-Xaver-Gruber-Gedächtnisorgel.

Ausgangs- und Zielort der Runde ist das Franz Xaver Gruber Gedächtnishaus, das dem 1927 abgerissenen Geburtshaus nachempfunden wurde. Es beherbergt unter anderem ein Hammerklavier, auf dem Gruber einst musizierte. Das Historienspiel "Die Suche nach der Stillen Nacht" wird hier jährlich im Advent aufgeführt. Die Zuschauer tauchen dabei in die Kindheit Grubers ein und spüren die Sehnsucht des Musikers nach Frieden in kriegerischen Tagen nach.

www.fxgruber.at 

Organist und Komponist

Franz Xaver Gruber hatte als Volksschullehrer in Arnsdorf nur wenige Schüler zu unterrichten, denn viele Kinder blieben zum Arbeiten auf den Bauernhöfen ihrer Eltern. Der Lehrer hatte daher Zeit, zusätzlich als Mesner und Organist im benachbarten Ort Oberndorf zu arbeiten. Hier kam es zur Begegnung mit dem Priester Joseph Mohr, der vom musikalischen Können Grubers beeindruckt war. Am 24. Dezember des Jahres 1818 bat er ihn, eine passende Melodie zu seinem Gedicht zu komponieren. Gruber soll den Auftrag noch am selben Tag erledigt haben.

In der Volksschule Arnsdorf, in der Gruber wirkte und 21 Jahre seines Lebens verbrachte, wurde ein Stille-Nacht-Museum eingerichtet. Das Gebäude ist zugleich das älteste bis heute aktive Schulhaus Österreichs und beleuchtet neben der Entstehung von "Stille Nacht! Heilige Nacht!" auch Grubers Zeit als Lehrer. So gibt die Schau auch über den Schulalltag von anno dazumal Auskunft.

Zur Weihnachtszeit ist ein Spaziergang auf dem "Gruber-Mohr-Weg", der von Arnsdorf über Göming nach Oberndorf führt, ein außergewöhnliches Erlebnis: Unzählige Fackeln erleuchten den Pfad durch die verschneite Winterlandschaft.

www.stillenachtarnsdorf.at

Ein Lied erklingt

Das Lied wurde erstmals von Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr im Rahmen der Christmette in der St.-Nikola-Kirche gesungen. An jener Stelle, wo einst die Kirche stand, wurde die Stille-Nacht-Gedächtniskapelle errichtet: Das bewusst schlicht gehaltene Gebäude wird jedes Jahr von Gästen aus der ganzen Welt besucht. Die Kapelle ist das gesamte Jahr über täglich von 8.30 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Das Stille-Nacht-Museum in Oberndorf informiert über die Entstehung des Liedes und seine Verbreitung. Auch der Ort der Uraufführung, die St.-Nikola-Kirche, und die Biografien der beiden Liedschöpfer werden ausführlich dargestellt. Das Museum hat von Donnerstag bis Sonntag von 10.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Der Tourismusverband Oberndorf hält außerdem Führungsprogramme bereit, die unter fachkundiger Anleitung durchs Museum, zur Kapelle und zu anderen historischen Stätten des Orts führen.

Beim alljährlichen Historienspiel (heuer am 2., 3., 9. und 10. Dezember) in Oberndorf-Laufen werden das historische Umfeld des Liedes und seine Botschaft dargestellt. Auch die Gedächtnisfeier, die jedes Jahr am 24. Dezember über die Bühne geht, ist ein beliebter Treffpunkt für Besucher, die im Advent Stille und Besinnlichkeit suchen.

www.stillenacht-oberndorf.com

Der Beginn einer Weltreise

Vielleicht wäre das Lied nach seiner Erstaufführung bald in Vergessenheit geraten, käme nicht die defekte Orgel ins Spiel: Da das Instrument zur Zeit der Erstaufführung nicht bespielbar war, kam "Stille Nacht! Heilige Nacht!" erst nur mit Gesang und Gitarrenbegleitung zur Aufführung. Für die Reparatur der Orgel wurde der Tiroler Orgelbaumeister Karl Mauracher geholt, der auf das Weihnachtslied aufmerksam wurde und die Noten mit ins Tiroler Zillertal nahm.

Zur damaligen Zeit lebten in Tirol zahlreiche Händlerfamilien, die auf ihren Reisen auch Konzerte gaben. Besonders die Familie Rainer aus Fügen war in den 1820er-Jahren als fahrende Singgemeinschaft bekannt. 1839 brach die Tiroler Sängergruppe zu einer mehrjährigen Amerikareise auf, noch im selben Jahr soll "Stille Nacht! Heilige Nacht!" erstmals in New York erklungen sein.

Das Heimatmuseum Fügen beherbergt die Sammlung des Stille-Nacht-Forschers Josef Argus-Rainer und eine ausführliche Darstellung des Zillertaler Nationalsängertums. Das Museum hat von Weihnachten bis Ostern und von Juni bis Oktober immer am Dienstag und am Freitag von 16.00 bis 19.00 Uhr geöffnet (im Juli, August und September zusätzlich montags ab 20.00 Uhr).

www.best-of-zillertal.at 

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