Menü

Teilzeit-Allradler

Traditionell krönt BMW seine Premiumlimousine mit dem legendären Buchstaben "M" – diesmal allerdings mit Allradantrieb. Ein Sakrileg? Mitnichten.

Eines vorweg: Besitzer des neuen M5 werden in der Beliebtheitsskala bei den Nachbarn nicht wirklich steigen - bei jedem Motorstart öffnet er kurz die Auspuffklappe und es könnte sein, dass so manch Anrainer dadurch aufgeweckt wird. Aber er ist schon ein echter Prachtkerl, der König aller Fünfer. Wie der Vorgänger vertraut er auf acht Zylinder und Biturbo, serviert in der aktuellen Auflage aber ganze 600 PS. Die können die Limousine nach krawalligem Start zwar auch ganz komfortabel und fast lautlos über Autobahnen und Landstraßen befördern, fühlen sich im Galopp aber deutlich wohler.

Die große Neuerung ist der Allradantrieb. Puristen mögen jetzt schnauben, aber der Großteil der autofahrenden Menschheit wird sich einig sein, dass bei solch einer Leistung eine zweite Antriebsachse Sinn macht. Besonders, wenn man eine Lösung wie diese findet - denn die M GmbH kennt ihre Kunden und weiß, dass der Heckantrieb so etwas wie ihr Heiligtum ist. Ein Kompromiss war schnell gefunden, auf Knopfdruck mutiert der Allradler zum Hecktriebler und damit auch zur gewohnten Driftmaschine. Zur Ehrenrettung des Allradsystems sei aber gesagt, dass sich der M5 auch in der Standardeinstellung unglaublich hecklastig fährt. Man erinnert sich an Walter Röhrls Weisheit, dass alles mit nur zwei angetriebenen Rädern nicht mehr als ein Kompromiss ist. Doch genau das ist die Stärke der M5-Reihe. Seit der ersten Modellreihe von 1979, die noch M535i hieß und die erste M-Reine überhaupt war, konnten die Limousinen immer schnell und alltagstauglich zugleich sein.

Letzteres hat er natürlich von seinen zivilen Business-Brüdern geerbt. Das heißt viel Platz, hochwertige Materialien und eine Tadellose Verarbeitung. Auch Infotainment- und Assistenzsysteme sind auf dem neuesten Stand der Technik, sowie die Gestensteuerung, die zwar nicht brandneu ist, aber immer wieder begeistert. Allerdings weist das M-Modell auch eigenständige Details auf. Die Gurte in den Unternehmensfarben oder das fast schon dekadente, weil leuchtende M5-Logo in den Kopfstützen der hervorragenden Sitze sind nur im flottesten aller 5er zu haben. Viel dezenter sind die Knopferl für die Einstellung der Intensität der Gangwechsel am Schalthebel, und ein weiteres, M-exklusives Detail: das Carbondach. Das schaut fesch aus und verlagert den Schwerpunkt ein bisserl nach unten - das kaschiert auch die knapp 1,9 Tonnen ein wenig.

Das sagt der Chefredakteur

Acht Zylinder, 750 Nm Drehmoment und satte 600 PS, das alles erstmals mit Allradantrieb kombiniert, das sind die Dinge, die Autofahrerherzen höher schlagen und die das außergewöhnliche Fahrerlebnis spürbar werden lassen. Allerdings bedarf es trotzdem noch immer eines besonnenen Chauffeurs, der weiß wo diese geballte Kraft losgelassen werden kann.

Von Null auf Hundert in 3,4 Sekunden und immer zügig weiter, bis nach 11 Sekunden 200 km/h erreicht sind. Leider konnten wir das nur auf deutschen Autobahnen "erfahren". Die Sportsitze sind vom Feinsten, umschließen die vorderen Passagiere wie ein gut sitzendes Korsett und bieten Seitenhalt in jeder Lage.

Leichter als der Vorgänger, und das trotz erstmals verbautem Allradantrieb, den wir schon beim letzten Modell urgiert hatten, ist der M5 agiler und leichtfüßiger unterwegs. Für extremen Fahrspaß wählt man einfach den 2WD Modus, denn da wird die Fahrphysik echt spürbar. Wer den Grenzbereich nicht ganz so ausloten möchte, ist mit dem Sportmodus 4eWD auf der sicheren Seite unterwegs.

Allerdings hat so viel Fahrdynamik und Top Ausstattung auch seinen Preis. Rund 150.000,- Euro muss man für die Basisversi- on des BMW M5 veranschlagen.

Ähnliche Artikel

Top-News,

Pirelli PNCS-Technologie reduziert das Reifengeräusch um 25 Prozent

Mehr als 150 Homologationen für das PNCS (Pirelli Noise Cancelling System) mehr >

Modelle, Top-News,

Actionreiche Events mit dem KTM X-BOW: Erfolg beim GP Ice Race, Spektakel beim ROC!

Kris Rosenberger fuhr bei der Premiere des GP Ice Race einen 2WD-Dreifach-Sieg ein, die besten Motorsportler der Welt trafen beim Race of Champions in Mexiko aufeinander. mehr >

Top, Top-News,

Bridgestone Europe beabsichtigt Erwerb von TomTom Telematics für 910 Mio. Euro in bar

Bridgestone Europa NV/SA, eine Tochtergesellschaft des Bridgestone Konzerns in EMEA, hat mit TomTom eine Vereinbarung zum Erwerb des Geschäftsfeldes TomTom Telematics für einen Barpreis von 910 Mio. Euro getroffen. mehr >