Durchs kalte Eis
Tolle Lichtspiele können Wagemutige beim Eishöhlenklettern erleben.
Im grönländischen Inlandeis lockt ein unvergessliche Abenteuer und die Einsicht in eine fremde Welt. Man kann bei Kangerlussuaq das Eis nämlich nicht nur von oben sehen, sondern auch in die Tiefe gehen – beim Abseilen in Eisspalten oder beim Eishöhlenklettern. Durch die Schneeschmelze zum Sommerbeginn entstehen große Schmelzwasserseen und reißende Wasserläufe. An ihrem Ende bilden sich Tunnel und Schächte, in die das Wasser senkrecht hinabstürzt. Und wenn der Schmelzwasserstrom im September versiegt, kann man dort hineinklettern. Innen findet man fantastisch schöne Gebilde, die abstrakte Konturen und unglaubliche Farben aufweisen. Sobald im Oktober wieder Schnee fällt und die Zugänge abdeckt, endet die Saison. Wer Eishöhlenklettern unternehmen möchte, sollte entsprechende Erfahrungen mitbringen, zum Beispiel von Gletscherwanderungen. Ferner sollte man generell Erfahrung im Höhlenklettern haben, gut in Form und unter 45 Jahre alt sein. Nach dem Einstieg müssen die Kletterer in der Lage sein, selbst in der Eishöhle zurechtzukommen. Das heißt aber nicht, dass man als „Normalreisender“ ganz auf dieses Abenteuer verzichten müsste. Wer nicht über genügend Erfahrung verfügt, kann sich auch in Eisspalten abseilen und wieder hochziehen lassen oder eine Wanderung auf dem Eis vornehmen. Gegebenenfalls können auch Übernachtungen eingeplant werden. Möchte man am Eishöhlenklettern teilnehmen, muss man sich mindestens eine Woche in Kangerlussuaq aufhalten und die Tour circa drei Monate im Voraus planen. Für kleinere Aktivitäten, wie etwa eine Wanderung, reicht eine Anmeldung am Vortag.


