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Saskia Bursa & Martina Bartholner

Sunshine State: Florida © Saskia Bursa & Martina Bartholner

Florida

April 2016

S hat unabsichtlich die Tür zum Gästezimmer versperrt und hat den Gastgeber per Telefon um Hilfe bitten müssen. S und T befinden sich daraufhin im Schlafzimmer des Hausbesitzers.

S: „Er meinte, der Ersatzschlüssel liegt in einer der Schubladen der Kommode.“

S öffnet die oberste Schublade und durchwühlt sie – nichts. Sie öffnet die nächste.

T: „Sollen wir wirklich alle öffnen?“

S: „Klar.“

Wieder nichts. S greift nach der letzten Schublade und zieht sie auf. S und T starren auf eine Pistole. Sie tauschen einen vielsagenden Blick.

T: „Ich finde, wir sollten im Wohnzimmer warten, bis der Besitzer mit dem Generalschlüssel kommt.“

S: „Super Idee.“

S schließt die Schublade und begibt sich nach T zurück ins Wohnzimmer.

USA-Klischee 356; erfüllt.    

 

Welcome to Florida!

Von Texas aus geht es direkt nach Tampa, Florida, wo wir ein paar Tage in dem netten Küstenstädtchen verbringen. Sofort bekommt man das Southern States Feeling zu spüren: die Leute sind überdurchschnittlich freundlich, das Wetter ist überdurchschnittlich schön und die Vegetation ist überdurchschnittlich üppig. In Tampa gibt es nicht wirklich viel zu tun außer zu shoppen und in Cafés zu sitzen, doch wir mögen das Hafengelände und sind traurig, als wir einige Tage später nach Fort Myers weiterfahren.  

 

Florida und der Tourismus

Fort Myers ist ein guter Ausgangsort um Sanibel Island zu besuchen – aber Vorsicht: man sollte seinen Urlaub definitiv nach amerikanischen Ferien planen und versuchen diese Zeit zu meiden. Die Strände sind völlig überfüllt, es gibt keine Parkplätze und sehr viel Stau. Wir gehen davon aus, dass Sanibel Island mit der Hälfte der Touristen weitaus erträglicher gewesen wäre – also, wer die Möglichkeit hat sollte versuchen Florida in der Hochsaison zu meiden. In Captiva, am obersten Zipfel von Sanibel Island, gibt es aber ein ziemlich geniales Café mit den besten amerikanisch-fettigen Torten, die wir auf unserer Reise gefunden haben: Bubble Room. Definitiv einen Besuch wert, und sei es allein wegen dem Ambiente...  

 

Florida und der Reichtum

Einen besonders schönen Tag hat uns das Küstenstädtchen Naples verschafft. Hier siedeln sich überwiegend finanziell sehr gut dastehende Menschen an: zu empfehlen ist hier eine kleine Autofahrt durch das Villenviertel der Stadt. Auch sehr nett ist das übersichtliche Stadtzentrum, das zum Teil einem noblen Autohaus gleicht. Aber besonders hübsch ist der schmale, aber sehr lange Strand mit einem kleinen Pier, von dem aus tagein-tagaus geangelt wird. Und so RICHTIG besonders wurde unser Ausflug, als neben dem Pier ein Delfin aufgetaucht ist! Glück muss man haben.  

 

Florida und die Everglades

Von unserem Ausgangspunkt Miami aus haben wir uns die Everglades angesehen. Man kann locker mit dem Auto durch diesen Nationalpark fahren und an den angeschriebenen Aussichtspunkten stehenbleiben und die Natur genießen. Man sieht Alligatoren und Mangroven und weite Landschaften, aber ganz ehrlich? Wir waren ziemlich enttäuscht. Klar, man könnte mit den Luftbooten durch die Vegetation im Inneren des Parks fahren, aber auf Umweltschutz wird nicht viel Wert gelegt. Wir haben vorgezogen uns mit dem zufrieden zu geben, was wir umweltfreundlich ansehen konnten. Wenn die einzige Möglichkeit, die Everglades genauer zu sehen, die ist, sie gleichzeitig zu zerstören, dann lassen wir es lieber.  

 

Miami

Viele Europäer zieht es in Floridas wohl bekannteste Stadt, Miami. Wir waren ebenfalls dort und wir waren nicht beeindruckt. Am Strand herrscht rund um die Uhr Party – generell hätten wir damit kein Problem gehabt, hätten wir auch Fleckchen auf der Promenade gefunden, an denen es ruhiger gewesen wäre. Sehen und gesehen werden – das ist das Motto in Miami und das gilt ausnahmslos in jedem Teil der Stadt. Miami ist heruntergekommen, viel zu teuer und absolut überbewertet; die Strände an der Westküste Floridas sind eindeutig schöner. Es empfiehlt sich kleinere Städtchen zu suchen und dort einen entspannenden Urlaub zu verbringen: ohne halbnackte, betrunkene Menschenmassen und nonstop Lärmbelästigung. Wer Party im Sinn hat wird in Miami jedoch auf seine Kosten kommen!  

 

Orlando und die NASA

Für eine Nacht hat es uns nach Orlando verschlagen. Hier dreht sich natürlich alles um die Vergnügungsparks, aber uns hat es zum Kennedy Space Center gezogen. Ähnlich wie in Houston ist auch das hier eher ein Ort für Kinder, die Informationen gleichen denen in Texas. Im KSC ist jedoch ein echtes Space Shuttle ausgestellt, das Gelände ist größer und die Touren  bringen einen entweder in die Mission Control oder – wofür wir uns entschieden haben – auf das Testgelände. Ein Besuch lohnt sich, wir würden jedoch das Houston Space Center in Texas vorziehen, zumal der Eintritt dort billiger ist.  

 

Abschließend können wir zu Florida nur sagen, dass um den Staat mehr Wirbel gemacht wird, als unserer Meinung gerechtfertigt ist. Vielleicht hatten wir auch einfach saisonbedingt Pech mit den Menschenmassen, aber die USA haben definitiv schönere Fleckchen und Strände zu bieten als den Sunshine State.    

 

Bis bald in Savannah und DC,  

S und T

  • Grenzenlos von Tina und Saskia

    Grenzenlos von Tina und Saskia

    von Tina Bartholner und Saskia Bursa In (1)80 Tagen um die Welt: Thailand, Laos, Vietnam, Kambodscha, Malaysien, Singapur, Neuseeland und USA.

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