Menü
Johannes Böhm

Noch schnell einen Café Latte (so heißt in Triest der Cappuccino) vor dem Hotel.© Johannes Böhm

Geschmacks-Fahrt

Triest. Das ist doch K&K? Kaffee und Kaiser. Falsch, ganz falsch sogar. Johannes Böhm hat den Roadster Mazda MX-5 gesattelt und lernte die italienische Hafenstadt neu kennen.

Ich sitze auf der Terrasse des vorzüglichen Hotels Riviera einige Kilometer nördlich von Triest, schlürfe in der wärmenden Morgensonne einen Café Latte und erblicke die Umrisse des Schlosses Miramare. Wunderbar. Und ich wundere mich über den Café. Jener ist lecker und ein Cappuccino, aber die Triester nennen ihn Café Latte. Und die Triester sind die wahren Café-Weltmeister. 1.500 Tassen werden pro Jahr und Kopf geschlürft. Ach ja, wer einen Café Latte will, sollte einen Latte macchiato ordern. Verwirrend, stimmt.

Hosentaschen-Roadster

Drücken, ziehen, hebeln und nochmals drücken und die Sonne kitzelt das Haupt. Ein Knopferldruck und es röhrt in die kühle Morgenluft und vier Zentimeter Schaltweg und der knallige Roadster nimmt Fahrt auf. Diese verschlungenen Gässchen und kurvigen Asphaltbänder sind wie gemacht für den MX-5. Teilweise geht’s so eng an Mauern vorbei, dass ich Blumen vom Autositz aus pflücken könnte. Kein Problem an Bord des Hosentaschen-Roadsters. Und erst der raue, hoppelige und teils verwüstete Asphalt. Ein Glück, dass der Japaner nicht brettelhart ist und die Straße ausbügelt. Die Küstenstraße ist lebendig, aber es ist eine geordente Wuselei frei von Hektik, wobei der MX-5 nicht unbemerkt in die Stadt schnurrt. „Bella Machina“, war mehrmals zu vernehmen, während ich den Japaner am Hafen parke.

Triester Gegensätze

Ruderboote im Überseehafen? Wohl nur ein Anfang der Triester Widersprüchlichkeiten. Feudale Prunkbauten, mit Touristen, Künstlern und Italienern gesäumte Boulevards und ein verwinkelter Mittelalter-Stadtkern. Auch das ist Triest. Die Weite des Meeres, die erschlagende Größe des Piazza dell'Unita d'Italia und die verschlungene Intimität winziger Gässchen und versteckter Plätze. Man kann Triest als vitale und lebendige, aber auch als deprimierende und in Geschichte versunkene Stadt erleben. Schönheit und Verfall liegen oft nur einen Blick entfernt. Touristen beschränken sich auf die Evergreens wie Miramare, Piazza dell'Unita d'Italia, Gran Canale und die angrenzenden Boulevards. Genau das empfiehlt Triest für Entdecker und Liebhaber des planlosen Sightseeings.

Leichtfüßiger Rücktransport

Der Rücktransport erfolgt mit bekannter Leichtfüßigkeit, während der Japaner durch den Triester Abendverkehr gleitet und der Cabriomodus selbst bei Tempo 100 die Frisur nicht zersaust. Erfreulich ist auch der Durst des spritzigen 160-PS-Roadsters. Ich hatte rund zwei Espressi und zwei Café Latte und der MX-5 G160 vertilgt bei geruhsamer Fahrweise rund 6,3 l/100km – ein Topwert. Und die Sportschalen bieten auch nach mehreren Autostunden noch üppigen Reisekomfort. So geht’s flott-entspannt – eine Paradedisziplin des MX-5 – Richtung Hotel Riviera, der frisch renovierten Gästeperle an der Meeresküste. Und nach einem Gesinnungsdrink steht noch ein Besuch der Wellness-Landschaft am Programm. Sauna mit Meerblick inklusive.

Ähnliche Artikel

Matthias Prinz ON-Tour - Auto, Top-News,

Energie tanken

Im Retter Bio-Natur-Resort können nicht nur Menschen ihre Akkus aufladen, auch der Tesla Model 3 findet hier Platz. Regionalität und Nachhaltigkeit sind dabei oberstes Gebot. mehr >

Mikscha Österreich, On Tour,

Niederösterreich Bahnen starten "Lesen im Zug"

Unter dem Motto „Lesen im Zug“ verbinden die Niederösterreich Bahnen und Treffpunkt Bibliothek künftig die Themen Lesen und Freizeitmobilität. „Lesezüge, speziell für Familien mit Kindern, sind das neue Highlight der Niederösterreich Bahnen in Kooperation mit den blau-gelben Bibliotheken“, freut sich Landesrat Ludwig Schleritzko über die Kooperation beider in seinem Ressort vertretenen Organisationen. mehr >

Robert Herbst Österreich, On Tour,

Bergsommer Niederösterreich: Mein Sommer in den Bergen

Zur Sommerfrische in die Berge reisen – bei diesem Gedanken stellt sich bei vielen Urlaubern Entspannung ein. Dass ein Wanderurlaub jedoch auch gut geplant sein muss, darauf macht die neue Bergsommer-Kampagne der Niederösterreich-Werbung zum richtigen Verhalten am Berg aufmerksam. Mit einem achtsamen Umgang am Berg kann man die einzigartigen Wanderwege, Angebote und Veranstaltungen dann auch wirklich genießen. mehr >