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REISE-aktuell / Christian Böhm

Das Hotel Steirerschlössl im steirischen Zeltweg überzeugt durch architektonische Highlights und kulinarische Höchstgenüsse. © REISE-aktuell / Christian Böhm

On Tour: Hotel Steirerschlössl

Rund um das Motorsportprojekt Spielberg im steirischen Murtal hat sich dank Dietrich Mateschitz eine kulinarische Szene etabliert, die mit dem Hotel Steirerschlössl das absolute Highlight bildet. Christian Böhm war on-tour und hat einen kurzen Boxenstop in Zeltweg eingelegt.

Mitten in Zeltweg, in einem idyllischen Park liegt das revitalisierte Jugendtstiljuwel Steirerschlössl, das nicht nur  traumhafte Suiten im Schlössl und dem Gästehaus bietet, sondern auch mit einem haubengekrönten Restaurant aufwartet. Hier werkt ein wahrlicher Virtuose der Küche, Johannes Marterer. Der gebürtige Deutsche pflegt einen klaren, modernen Kochstil und legt seinen Fokus auf regionale Produkte aus der Umgebung, die er mit internationalem Input und einer bodenständigen Interpretation auf den Teller bringt.  

"Ich wollte schon immer Koch werden", gesteht Johannes Marterer, der seine Laufbahn in Regensburger begann. Der aus Bayern stammende 36 jährige Küchenchef ist seit 2011 im Hotel Steirerschlössl in Zeltweg und sichtlich stolz auf seinen schnellen Aufstieg in den kulinarischen Sterne-Himmel. „Schon im ersten Jahr haben wir hier 15 Punkte erkocht, im zweiten Jahr waren es 16. Mein Ziel ist es, mich ständig zu verbessern und unseren Gästen neue Geschmacks- und Genussmomente zu ermöglichen“, zeigt sich der geerdete Kochprofi ehrgeizig und mit Engagement.  

Das Restaurant im Hotel Steirerschlössl hat sich unter Genießern und Feinschmeckern mittlerweile als kulinarische Institution in der Region um den Red Bull Ring etabliert und ist auch unter internationalen Gästen, nicht nur aus der Formel 1, ein Begriff. Aber auch viele Gäste aus der Region schätzen die raffinierten Menüs von Johannes Marterer und die korrespondierenden Wein-Empfehlungen von Restaurantleiter und Sommelier Stefan Ebner der in einem eigenen Reiferaum selbst erlesene Käse affiniert. Auch das Brot wird im Hotel Steirerschlössl selbst gebacken und die Pralinen kommen aus der hauseigenen Patisserie. Stefan Ebner ist es auch, der zu den Menükreationen auch die korrespondierenden Weine empfiehlt und beratend zur Seite steht.

Schon das Entree im Steirerschlössl ist zauberhaft. Jugendstil in Perfektion erwartet den Gast, wenn er das Haus betritt. Nicht minder überwältigend präsentiert sich das Restaurant, das mit maximal 30 Sitzplätzen an großen Tischen eigentlich ein größeres Wohnzimmer ist. Die Atmosphäre ist elegant und eindrucksvoll. Das Kaminfeuer  unterstreicht den Wohlfühleffekt, der durch das freundliche Service noch getoppt wird. Stefanie im steirischen Dirndl begrüßt uns, fragt nach Aperitif und  reicht die Menükarte. Gastgeber und Sommelier Stefan Ebner übernimmt und empfiehlt uns zum gewählten Menü die passenden Weine. Um sich durch die umfangreiche Weinkarte mit fast 2.000 Positionen zu „lesen“, bräuchte ich viel mehr Zeit, da ist es schon sehr angenehm professionelle Empfehlungen zu bekommen.  

Als Gedeck wird, der Saison entsprechend, Steinpilzbutter gereicht, flankiert von Schwarzteebutter, ja so was gibt’s und schmeckt auch noch vorzüglich, und Honigbutter mit Zitrone. Dem noch nicht genug, steht auch noch Straußenschinken und indisches Pyramidensalz am Tisch. Bevor wir mit dem Menü starten, stimmt uns das Amuse Bouche bestehend aus lauwarmem Krautsalat mit Sesam Dim Sumtaschen mit Steinpilzen und Schi-Takepilzen, die von Austernschaum und einem Sesamchip getoppt werden, so richtig auf das ein, was in einer virtuosen Menüfolge noch kommen wird. Die Entenleber mit Mirabellen und Salbei ist eine Offenbarung, die durch das Entenlebereis  den passenden Rahmen erhält. Ein umwerfendes Erlebnis für die Geschmacksnerven, den Gaumen und das Auge. Dazu serviert Stefan Ebner  einen gelben Traminer vom Weingut Dreisiebener. Eine ausgezeichnete Wahl.  

Was folgt ist der Zwischengang, köstliche Flusskrebse aus der Steiermark mit Mais, Honigsauce und Ricekrispies. Eine harmonische Geschmacksouvertüre, die man gern länger genießen möchte und die auf den folgenden „Hauptakt“ einstimmt. Der korrespondierende Wein ist ein Grüner Veltliner Rosenstein vom Weingut Geyershof.

Nach einer kleinen Pause, man muss diese vielen unterschiedlichen Geschmacksvarianten erst verarbeiten und zuordnen, um auch genießen zu können, folgt der Hauptgang, ein Rib Eye, auf den Punkt gegart mit kleinen Eierschwammerl und Zwetschkenespuma. Der passende Rotwein ist ein Cuvée aus Blaufränkisch, Zweigelt, Shyraz und Cabernet Sauvignon vom Weingut Helene Tesch. Ein pfeffriger, runder Rotwein mit Trockenbeerenaromen, der perfekt zum Rind passt. Alternativ zum Fleischserviert man Wolfsbarsch cross gebraten mit einem frittierten Sesam-Wasserkastaniennetz, dazu essbare Blüten, Kürbismousse und Curry.

In der Menükarte steht kurz und prägnant: Kirsche, Pistazie, Frischkäse und in genau dieser geschmacklichen Reihenfolge  kommt das Dessert auf einem großen grauen Steingut-Teller zum Gast. Das Pistazieneis ist cremig, mit einem angenehmen aber intensiven Pistaziengeschmack, der Frischkäse in einer raffinierten Zubereitungart alles andere als einfach und die Kirsch-Chips  mit leichter säuerlichen Tendenz runden dieses Feuerwerk an  Aromen und Gechmackshighlights aufs Angenehmste ab. Ich muß gestehen, ich hätte gern noch eine zweite Portion geordert, hätte ich vorher nicht den Käsewagen gesehen. Die Empfehlung von Sommelier Stefan Ebner: ein Glas Ruster Ausbruch vom Just.  

Der Käsewagen hält, was er optisch verspricht. Neben den üblichen Käsesorten ist Stefan Ebner stolz auf seine selbst affinierten Käse, die im hauseigenen Keller perfekt reifen. Hier sollte man sich ruhig auf die Empfehlung verlassen. Dazu empfiehlt unser Gastgeber keinen Rotwein sondern einen Rose-Champagner aus dem Hause Gosset, einem der ältesten Champagner-Häuser der Welt. Bereits 1555 war ein gewisser Jean Gosset Winzer. Der Champagner passt durch seine Frucht und Frische sowie die gelungene Balance perfekt zu Käse.

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