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CB-Verlag / Johannes Böhm

Mit dem VW Käfer geht es bei der Nostalgic Driving Experience quer über die Alpen ins schöne Osttirol.© CB-Verlag / Johannes Böhm

On tour: Osttirol mit dem VW Käfer

Entschleunigend: Johannes Böhm pilgerte mit 50 Cabrio-PS über die Alpen und besuchte ein traditionelles, sympathisches und erdverbundenes Osttirol, schätzte die Gastfreundschaft und schlemmte regionale Köstlichkeiten.

Genießen. Ein schönes Wort. Die Cabriofahrt gilt gemeinhin als Genuss, vorausgesetzt Wetter und Landschaft spielen mit. Zumindest Ersteres könnte perfekter nicht sein, bei Zweiterem vertraue ich einfach auf die Gutmütigkeit der Wetterkapriolen. Und irgendwie mag ich ja Überraschungen. Und die erste Überraschung parkt nun in Form eines VW Käfer Cabrios von Nostalgic Driving Experience vor meiner Nase. Ein 1303er, Baujahr Ende 1970er mit rund 50 PS, vier Gängen und einer unschlagbar knuffigen Optik. Frontdeckel auf, Tascherl einfüllen, Platz nehmen, kurz das Flair der Vergangenheit inhalieren und ab geht’s. Der Boxer rattert, die Sonne knallt aufs Hirn und wir zwei 1978er-Baujahre pilgern im kommoden Tempo in Richtung Alpen. Ein Pauserl? No way. Der Käfer schnattert brav und spult Kilometer mit junger Frische ab – schließlich sind wir beide noch keine 40.

Motorisiert gibt es mehrere Wege über die Tauern, davon sind zwei eine reine Transitroute, einer weltbekannt und der vierte Alpenpass führt in ein beinahe vergessenes Fleckchen Tirol: Osttirol. Der Boxer schnurrt brav und stetig mit luftgekühltem Boxer-Geräusch in Richtung Lienz. Die Tauern im Rücken eröffnet sich ein gewaltiges Bergmassiv mit bunter Geschichte, wie mir der Historiker Martin Kofler, Leiter des Tiroler Archivs für photographische Dokumentation und Kunst, flüstert. Die Lienzer Dolomiten haben nicht immer so geheißen. Einstmals nannte der Volksmund die Krone voll schroffer Gipfel die „Unholden“. Und das nicht ohne Grund.

Über die Gipfel schoben sich gefährliche Gewitterwolken mit Blitz und Donner. Der Gipfel „Böses Weibele“ deutet wohl auf eine Wetterhexe, und die mit 2.736 bzw. 2.741 Metern höchsten Gipfel des Massivs nennen sich die „Wilden Sender“, wohl auch nicht zu Unrecht. Das änderte sich 1885, als der erste Kletterführer von den Lienzer Dolomiten sprach. Das hat einen Hintergrund: Zwei Engländer der Geologischen Gesellschaft London erreichten die „Unholden“ 1861 von Kärnten aus und waren überwältigt: „Was auf Erden mag das sein?“ „Dies, mein Freund, müssen die Dolomiten sein.“ Optisch ja, geologisch nein, aber das macht jetzt keinen Unterschied mehr, denn der Name gehört nun zu Osttirol wie der Pregler Schnaps oder Schlipfkrapfen. Die Dolomitenhütte auf 1.620 Metern Höhe ist das Eingangstor in die Gebirgswelt und thront wie ein Adlerhorst auf einem steilen Felsen. Die 1936 gegründete Almhütte ist ein bekömmlicher Startpunkt für Kletterer, Wanderer und Naturgenießer – ganz ohne Käfer. Aber eines ist klar: Der zuverlässige Oldie wird mich wieder sicher heimbringen.

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