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Kühler Kopf im Verkehr

Tipps um im stressigen Alltag beim Autofahren die Ruhe zu bewahren.

Wer kennt es nicht? Einer überholt rechts, der andere nimmt die Vorfahrt und dann verschläft der Vordermann auch noch die grüne Ampel – beim Autofahren gibt es genügend Anlässe, sich über die anderen Verkehrsteilnehmer aufzuregen. Doch Ärger bringt nichts, außer eine erhöhte Unfallgefahr. TÜV-Nord-Psychologe Christian Müller gibt Tipps, um auf der Straße einen kühlen Kopf zu bewahren und die Wut am Steuer verfliegen zu lassen.

Wie eine kanadische Studie zeigt, steigt sogar schon bei vergleichsweise harmlosen Ausbrüchen die Gefahr eines Unfalls. Unter 13.000 Befragten waren auch jene häufiger in Unfälle verwickelt, die beim Autofahren lediglich fluchten oder gestikulierten. „Aggression ist ein Unfallrisiko“, warnt Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Eine Umfrage in dessen Auftrag ergab, dass fast jeder zweite Autofahrer bei Ärger aufs Gaspedal drückt. Die Folge sind überhöhte Geschwindigkeiten und dichtes Auffahren – in Deutschland immerhin an jeden dritten Pkw-Unfalltoten Schuld, in den USA sogar für zwei Drittel aller tödlichen Unfälle.

Rasern und Dränglern drohen im Normalfall Bußgelder und Punkte bis hin zu einem Fahrverbot. In Deutschland prüft daraufhin die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) unter anderem, ob ein Hang zur Aggression im Straßenverkehr vorliegt. Spätestens dann sollte über das eigene Verhalten am Steuer nachgedacht werden, mahnt Christian Müller von TÜV Nord: „Auch wer eigentlich kein aggressiver Mensch ist, kann sich einen aggressiven Fahrstil angewöhnt haben.“ Auch auf Provokationen anderer Autofahrer sollte nicht eingegangen werden, Augenkontakt und Gesten demnach vermieden werden. Auch sei es hilfreich, Abstand zu halten, den Vortritt zu lassen, niemanden zum Bremsen, Beschleunigen oder Ausweichen zu nötigen, so Müller.

Ein Team um den Aggressionsforscher Brad Bushman von der Ohio State University hat untersucht, wie Aggressionen abgebaut werden können. Dabei fanden sie heraus, dass Menschen dazu neigen, gedanklich um eine Provokation zu kreisen, was wiederum den Ärger aufrecht hält. Die Emotionen lassen jedoch nach, sobald man sie mit etwas Distanz betrachte. Autofahrer sollten demnach die eigene Frustreaktion aus der Ferne beobachten und zu versuchen, sie zu verstehen. Sollten diese Maßnahmen nicht weiterhelfen, ist eine professionelles Stressmanagementtraining empfehlenswert. Dabei sind laut dem US-Verkehrsexperten Jerry Deffenbacher mehrere Verfahren wirksam, wie etwa Entspannungsmethoden, Verhaltenstraining und kognitive Verfahren sowie der zuvor beschriebene Perspektivwechsel.

In einer experimentellen Studie lernten die Teilnehmer, die mit aggressiver Fahrweise aufgefallen waren, sich mit Atemübungen zu entspannen und Ärgernisse aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Im Anschluss trainierten sie neue Fertigkeiten, indem sie sich gedanklich in kritische Situationen versetzten und das Gelernte im Alltag anwendeten. Die Studie führte schließlich dazu, dass sich die Teilnehmer – auch noch ein Jahr danach - seltener und weniger heftig ärgerten. Bei den meisten Menschen im Straßenverkehr liegt das Hauptproblem jedoch darin, dass die eigene Fahrweise erst gar nicht hinterfragt wird. Der Psychologe Christian Müller rät, bei Frust eine kleine Pause zu machen, durchzuatmen und sich zu bewegen, um Stress abzubauen.

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