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Claudia Franz

Nichts für schwache Nerven: Der Hochseilgarten auf der Cap San Diego in Hamburg © Claudia Franz

Schwimmender Hochseilgarten

Auf der Cap San Diego in Hamburg befindet sich der erste schwimmende Hochseilgarten in Deutschland. Claudia Franz hat den Kletterpark an Bord für REISE-aktuell getestet.

Die Cap San Diego ist das weltgrößte seetüchtige Museumsfrachtschiff und liegt an der Überseebrücke in der Speicherstadt. Per Audioguide können Besucher sich durch das Schiff führen lassen. Das größte Highlight an Bord ist aber der Klettergarten, der sich auf und unter dem Deck des weißen Frachters befindet. Hier balancieren Mutige in bis zu 18 Metern Höhe und somit fast 30 Meter über dem Wasserspiegel über die Elbe.

Die Sonne lacht vom Himmel, weit und breit ist keine Gewitterwolke in Sicht – ein ungewöhnlich freundliches Wetter für Hamburg. An Bord des Schiffes peitscht unserer Klettergruppe aber dann doch der Wind ins Gesicht. Der Kletterlehrer kommt daher schnell zur Sache: Erstmal Moin, Moin – Helm auf, Gurt anschnallen - und ab geht es unters Deck. Hier befindet sich die erste Station des schwimmenden Hochseilgartens. Wir sollen uns durch die Ladeluke zum Boden des Schiffes abseilen. Klingt nicht sehr aufregend – bis uns beim Blick in zehn Meter Tiefe doch ein wenig mulmig zu Mute wird. Unsichere Blicke huschen von einem zum anderen. Aufgeben möchte aber natürlich niemand! Am eigenen Seil gesichert, behält man zumindest selbst die Kontrolle über das Tempo. Wir arbeiten im Team und sichern uns gegenseitig. Der Kletterlehrer behält ein wachsames Auge auf alle Abläufe - die Endverantwortung trägt schließlich er. "Es geht darum, über seinen Schatten zu springen und etwas Neues zu wagen", erklärt unser Kletterlehrer.

Und tatsächlich, ist die Angst vor dem ersten Sprung in die Tiefe überwunden, beginnt der Spaß an der Sache. Langsam geht es Stück für Stück am Seil nach unten. Der Schiffsbauch riecht nach altem Holz, der Boden knarrt unter den Füßen. Es fühlt sich an wie ein kleines Abenteuer, Sindbad der Seefahrer würde sich auf der Cap San Diego bestimmt auch wie zuhause fühlen.

Der Adrenalin-Rausch schweißt die Gruppe zusammen, der schwimmende Klettergarten ist daher auch für Firmen-Events sehr beliebt. Für Teambuilding-Aktivitäten empfiehlt sich ganz besonders die Lotsenleiter im Bugbereich an Deck des Frachters. Die Kletterer müssen sich im Team, ohne der Hilfe einer Sicherung, bis nach oben ziehen. Nicht ganz einfach, denn die Stufen haben Abstände bis zu 1,50 Meter und die Lotsenleiter wird durch den Wind hin- und her gebeutelt. Oben wartet dafür ein herrlicher Ausblick über die Speicherstadt.

Die größte Aufgabe wartet jedoch bei der dritten Station des Parks. Hier muss der Masten in 18 Metern Höhe gequert werden. Das Seil mit einer Länge von dreißig Metern wackelt stürmisch. Das Kommando lautet: Nerven bewahren und Körperspannung halten. So lässt es sich am leichtesten über das 1,8 Zentimeter dicke Seil balancieren. Doch keine Angst: Wem zwischendurch der Mut verlässt, wird abgeseilt. Schließlich soll der Spaß an oberster Stelle stehen!

Die Cap San Diego ist ein Museumssschiff und seit 2003 ein maritimes Denkmal und schwimmendes Hotel. Mehrmals im Jahr legt sie zu Museumsfahrten mit bis zu 500 Passagieren ab. Ob Theater, Brunch an Bord oder individuelle Firmen-Ausflüge: An Bord finden regelmäßig Veranstaltungen statt.

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